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Projektbegleitung Backsteinbar

06.06.2019

Die Architekturstudenten und -studentinnen des Bachelor Basic an der Hochschule Luzern haben im Modul Struktur und Material das Material Backstein vertieft behandelt. Für den Event „Lucerne Talks - Symposium für Architekturpädagogiken“ haben sie eine Backsteinbar selbst entworfen und umgesetzt. Auch wir konnten unseren Beitrag zum Projekt leisten, indem wir den Ton kostenlos zur Verfügung stellten und unser Wissen vermitteln konnten.

Zu Beginn haben die Studenten 12 verschiede Backsteinformen und Ideen ausgearbeitet. Gemeinsam haben sie sich für eine Dreiecksform entschieden, die als Grundlage für den Barentwurf verwendet wurde. Danach wurden verschiedene Fügungsprinzipien und Möglichkeiten ausgetestet, die dieser Stein zu bieten hatte. Daraus entstanden vielseitige Barentwürfe.

Ende Februar besuchten die angehenden Architekten uns in Gettnau, wo wir den Studenten bei einer Werksbesichtigung die einzelnen Arbeitsschritte erklärten. So erhielten sie einen ersten Einblick in die Herstellung von Backsteinen. Abschliessend wurde der Dreiecksstein mit unserem Leiter Technik besprochen und abgesegnet, sodass das Projekt in die nächste Phase, die Produktion, gehen konnte.

Für die Produktion wurden 12 Holzschalungen mit der Negativform des Dreiecks angefertigt. Innerhalb von zwei Arbeitstagen produzierten die Studenten rund 600 Lehmsteine, welche danach während einem Monat in Buttisholz zur Trocknung gelagert wurden.

In einem weiteren Schritt wurden verschiedene Barentwürfe entwickelt, woraus bei einer Zwischenkritik ein Gewinner definiert wurde.

Da die Backsteine durch die Feldbrand-Methode gebrannt werden sollten, musste zuerst ein Ofen aufgebaut werden. Während der gesamten Dauer des Brandes mussten die Studenten in Schichten anwesend sein, um die Situation zu überwachen und so das Sprengen der Steine zu verhindern. Nach fast zwei Tagen im Ofen, mussten die Steine dann während drei Tagen auskühlen.

Während dieser Zeit, fertigten die Studenten die Mörtelmischung an. Dafür mischten sie Sand, Kalk und Wasser zusammen. Es galt vorsichtig zu arbeiten, da die Mischung eine Temperatur von 300 Grad Celsius erreichen kann und der Kalk in Reaktion mit Wasser ätzend ist. Während drei Tagen musste die Mischung ruhen, bevor der Mörtel verwendet werden konnte.

Nun stand der Höhepunkt des Projekts bevor. Nachdem alle Steine in die F-Nische transportiert wurden, konnte der Aufbau der Bar analog des Entwurfs vollzogen werden.

Das Endergebnis war sehr zufriedenstellend und wurde an der Finissage am 24. Mai 2019 bei einem Apéro gefeiert.